
Due Diligence beim Unternehmensverkauf: Worauf Sie vorbereitet sein sollten
„Darf der das? So viel weiß nicht mal meine Frau.“
Diesen Satz sagte ein Unternehmer mitten in der Prüfung seines eigenen Unternehmens. Er beschreibt gut, was viele Verkäuferinnen und Verkäufer in dieser Phase erleben.
Wann die Prüfung kommt
Die Due Diligence ist die vertiefte Prüfung im Verkaufsprozess. Sie beginnt, wenn ein Interessent sein indikatives Angebot abgegeben hat und beide Seiten die Eckpunkte in einer Absichtserklärung festgehalten haben. Erst dann öffnet sich der Datenraum.
Ab diesem Moment blickt der Käufer hinter die Kulissen, weitgehend ohne Begrenzung. Meist bringt er ein Team mit: Anwälte, Wirtschaftsprüfer, je nach Branche weitere Fachleute.
Was in der Regel geprüft wird

Fünf Bereiche stehen praktisch immer auf der Liste.
Finanzen. Jahresabschlüsse der letzten drei bis fünf Jahre, Planergebnisse, offene Forderungen, Abgrenzungen.
Recht. Verträge mit Kunden und Lieferanten, Mietverträge, gewerbliche Schutzrechte, laufende Rechtsstreitigkeiten.
Personal. Arbeitsverträge, Schlüsselpersonen, Zusagen, Kündigungsrisiken.
Steuern. Offene Betriebsprüfungen, Rückstellungen, steuerliche Gestaltungen der Vergangenheit.
Markt. Kundenkonzentration, Wettbewerbssituation, Abhängigkeiten von einzelnen Kunden, Lieferanten oder Personen.
Was viele unterschätzen
Die Prüfung zeigt die Zahlen. Sie zeigt darüber hinaus, wie professionell ein Unternehmen geführt wird.
Ein Datenraum, in dem Unterlagen fehlen, Versionen durcheinandergehen oder Auskünfte erst nach mehrfacher Nachfrage kommen, hinterlässt eine Spur. Der Käufer liest daraus ab, wie sorgfältig im Alltag gearbeitet wird. Unordnung kostet an dieser Stelle Vertrauen, und Vertrauen kostet Kaufpreis.
Das gilt in beide Richtungen. Ein vorbereiteter Datenraum beschleunigt den Prozess und stärkt Ihre Position in der Verhandlung.
Zwei Dinge, die sich lohnen
Bereiten Sie den Datenraum in Ruhe vor, lange bevor der erste Interessent da ist. Sammeln, sortieren und prüfen Sie die Unterlagen, während Sie noch Zeit haben. Was unter Zeitdruck zusammengesucht wird, wirkt auch so.
Wägen Sie ab, welche Themen Konfliktpotenzial haben. Ein Sachverhalt, der in der Prüfung auffällt, wirkt anders als einer, den Sie von sich aus ansprechen. Wer früh offenlegt, behält die Deutungshoheit und vermeidet Nachverhandlungen über den Kaufpreis.
Woran Sie Ihre Vorbereitung messen
Diese Fragen geben Ihnen ein Gefühl dafür, wo Sie stehen:
- Liegen die Jahresabschlüsse der letzten fünf Jahre vollständig und unterschrieben vor?
- Sind alle wesentlichen Kunden- und Lieferantenverträge auffindbar, samt Nachträgen?
- Gibt es Verträge, die bei einem Eigentümerwechsel gekündigt werden können?
- Sind mündliche Zusagen an Mitarbeiter irgendwo festgehalten?
- Welcher Anteil Ihres Umsatzes entfällt auf die drei größten Kunden?
- Was würde passieren, wenn Ihre wichtigste Führungskraft nach dem Verkauf geht?
Bei mehr als zwei offenen Punkten lohnt sich eine strukturierte Vorbereitung, bevor Sie in den Markt gehen.
Checkliste zur Vorbereitung
Auf unserer Wissensplattform steht eine Checkliste zum Herunterladen, mit der Sie Ihre Unterlagen Bereich für Bereich durchgehen. Ohne Anmeldung, als PDF.
Zum Weiterdenken
Die meisten Unternehmerinnen und Unternehmer erleben eine Due Diligence genau einmal. Der Käufer und sein Team haben sie oft schon dutzendfach durchlaufen. Diese Asymmetrie lässt sich durch Vorbereitung ausgleichen.
Wir sind weder Steuerberater noch Rechtsanwälte und ersetzen diese Beratung nicht. Wir sorgen dafür, dass die richtigen Fragen früh gestellt werden, solange sich an der Vorbereitung noch etwas ändern lässt.
Sprechen wir darüber
Alexander Reichel, Oakstreet
Wenn Sie Ihren Verkauf vorbereiten und wissen möchten, wie Ihr Unternehmen in einer Prüfung dasteht: Schreiben Sie uns, wir ordnen Ihre Situation ein.